4. Cologne Web Content Forum 2011
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31. März 2011
Web Content Forum 2011:
Hochwertiger Content im World Wide Web, Leistungsschutzrecht, Netzneutralität und Social Media
"It´s time to kiss the future"
eco- der Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. - veranstaltete heute zum vierten Mal das Web Content Forum 2011 in Köln. Beim Tete- a-Tete von Internetexperten, Bloggern, Jungunternehmern und Managern, Journalisten und Verlegern aus der medialen, kommerziellen sowie Marketing-Branche wurde viel über die momentane Situation von qualitativen Internetinhalten debattiert.
Der Blick in die Zukunft des Internets, so scheints, lässt einen Schrei nach mehr Schutz ohne Bezahlschranken im Internet immer lauter werden, so der relativ untransparente Tenor des diesjährigen Forums. netspirits war dabei und hat in Echtzeit darüber getwittert.

So sah das bunte Themenprogramm des Web Content Forums 2011 aus:
- "Das Zeitalter des Content" Warum Inhalte die Welt verändern
- Leistungsschutzrecht, Netzneutralität & Co.- Was läuft schief im "deutschen" World Wide Web? Bewährungsprobe für junge Unternehmer
- App-Store, Stiftungen & Micropayment- endlich Finanzierungsmodelle für hochwertigen Content? Performance 2.0- von Reichweite, Erfolgsmessung un dem Umgang mit Feedback im sozialen Netz
- Preisverleihung eco Content Star 2011
"Haben Sie heute schon geküsst oder wurden Sie heute schon geküsst?" waren die ersten Worte des eco - Mitarbeiters und Moderator der Veranstaltung, denn unter diesem Motto stand das Treffen des Web Content Forums: It´s time to kiss the future. Einleitende Worte, die auf das noch müde Gesicht ein Schmunzeln erzeugte und auf einen interessanten Verlauf der Diskussionsthemen hoffen ließ.
Atari, DATAsette, Commodore, Apple und Facebook: Geschichte des Internets
"Eigenen Content erstellen ist einfach und soll Spass machen!" so Thomas Knuewer- Blogger & Geschäftsführer von KpunktNull. Er startete mit einer recht unterhaltsamen und dynamischen Präsentation über die Geschichte digitaler Medien wie Atari, Commodore, Apple und Facebook. Was er damit illustrieren wollte wird schnell und unmissverständlich klar. Die Entwicklung multi-medialer Komponenten, der Konsum dieser Informationstechnologien vom PC, Mac über CDROM, der Apple-Produkte und Smartphones hat rasant an Tempo zugenommen.
Es gäbe immer jüngere User, die in eine multi-medial gestaltete Umwelt hineinwachsen würden. Der intuitive Umgang mit diesen internetfähigen Medien gelte als selbstverständlich.
Auf seine Frage hin an einen Hauptschüler, ob er sich mit Atomkraft auskenne, hätte dieser mit einer Selbstverständlichkeit geantwortet, er würde sich schon seit längerem mit diesem Thema auseinandersetzen. Diese Anekdote verdeutlichte, dass Informationen überall und von jedem leicht zugänglich sind und das auf verschiedensten Kanälen in unterschiedlicher Form. Informationen können nicht nur abgerufen werden, es können auch Inhalte wie Blogs, Ebooks oder andere Informationsportale angeboten, verkauft, getauscht und auch geklaut werden.
An dieser Stelle sah Th. Knuewer die Politik in der Verantwortung. Die Politik debattiere zu wenig über Netzangelegenheiten oder Fortschritt im Internet. Deutschland könne alles wie etwa Nanotechnik, in Sachen Biotechnik würden wieder die Ethikexperten auf den Plan gerufen und beim Internet? Herr Knuewer verstummte. Wo würde Deutschland wohl in 10 Jahren sein? fragte sich der Blogger und Geschäftsführer von KpunktNull.
Was ist Leistungsschutzrecht? Wer profitiert davon? Wer ist betroffen?
Das Leistungsschutzrecht als Teil des Urheberrechts ist aus einem Koalitionsvertrag von CDU und FDP 2009 hervorgeganges Konzept zum Schutz von Presseerzeugnissen. Demnach wollen Verleger, Journalisten und andere Textproduzenten für deren textlichen Angebote im Netz vom Leser bezahlt werden.
Also eine Art Internet GEZ, eine Bezahlschranke wie es in manch anderen Ländern beim Pressewesen, aber auch in Deutschland bei Springer und Burda üblich ist, Lese-Lizenzen zu vergeben. Sollt das Leistungsschutzrecht verabschiedet werden, bedeutete dies Abgaben für Internetinhalte wie den Presseerzeugnissen oder ähnlichen Texten. Hohe Abgaben für große und selbständige Unternehmen.
In der Podiumsdiskussion zwischen Matthias Spielkamp, Hannah Seiffert, Dr. Michael Littger, wurde von Verlegerseite jedoch keine konkrete Antwort für das Für oder Wider geliefert, ob und wie das Leistungsschutzgesetz durchgesetzt werden sollte.
In der Frage um Netzneutralität reflektierte man weiter über Onlinedienstleistungen, ob man für diese denn Bezahlhürden einrichten sollte. Der Appell nach mehr Transparenz durch Regulierungen und Netzwerkmanagement wurde hierbei mehrfach hervorgebracht. Mehr dazu hier: BDI
Start-up Unternehmen stellen sich in einem One-Minute Talk vor: Elevator Pitch
"Stell dir vor, man fragte dich in einem Fahrstuhl nach deinem Unternehmenskonzept. Du hast nur 60 Sekunden, um es überzeugend vorzustellen, bevor der Fahrstuhl hält..."
Acht Unternehmen stellten sich den Fragen einer Jury, indem sie ihr junges Unternehmen via Präsentation zum Besten gaben. Nicht jedem ist dies gelungen, aber manche hatten zu ihrer Unternehmensidee auch recht wenig Zeit zur Verfügung. Das war also gar nicht so einfach gewesen:
content, daseventblog, favsol, freejeenee, frents, jusmeum, poiin, seeding.
Noch weitere 5min wurden die Jungunternehmer in einem Interview befragt und in die Mangel genommen. Das Start-up poiin ist schon das zweite Mal dabei, denn beim letzten eco-Wettbewerb entwickelte dieser schon ein Suchsystem für Klos , was sich letztendlich nicht durchgesetzt hatte.
Guter Content schafft Vertrauen und generiert Leser: Finanzierungsmodelle
Es geht um Paid Content und Bezahlsysteme und Bezahlschranken oder auch Pay Fence, Fr. Langer Medienjournalistin und Bloggerin präsentierte dabei verschiedene Erfolgsmodelle. Wie man selbst für guten Content sorgt und dementsprechend Geld dafür verlangen kann, zeigt sie am Beispiel NYT NEw York Times oder der Fcebookerin Annette Schwindt, die viele Leser für sich gewinnen konnte durch die vielen Facebook - Tipps oder die Publikation der dazugehörigen Facebook Literatur.
Andere Beispiel, in denen Leserschaften generiert werden (Crowdfunding): Spot.us, startext, ironsky, euryclia, flatttr, kachingle
Textbörsen: Spredder, dieredaktion.de
Micropayments: flattr und kachingle
Sie verlangte ein einheitliches umfassendes Bezahlsystem für Verlage.Aber auch die Möglichkeit selektiv zu lesen oder texte zu erwerben (Google One Pass).
Im Anschluss wieder das Thema Qualitätsjournalismus, mit unter ob Twitter-Journalismus nicht genauso die Qualität des Korrespondenten in Japan oder anderswo errreichen könne.
Frage aus dem Publikum: " Wo geht die Reise hin, wenn Charlie Sheens Video an einem Tag über Tausende von Klicks generiert, was guter Journalismus niemals erreichen würde? Die Podiumsrunde gab dazu viele Ansätze ohne erkennbare Antwort.
Thema: Social Media und Unternehmensseiten
Der Inhaber von denkwerk GmbH (Werbeagentur) äußerte sich dazu mittels einer PowerPoint und macht klar, dass Reichweite des Facebook, weltweite Abdeckung des sozialen Netzwerks und die Vernetzung des Users zusammen ein großes Potential für virales Marketing berge.
In der Anschluss-Debatte wurde festgestellt: Authentizität, Originalität schafft Vertrauen und Fans.
Fazit von netspirits:
Bis auf die kontroverse Debatte zum Leistungsrecht , was eigentlich auch ergebnislos beendet wurde, war nichts wirklich Neues dabei. Man wird in nächster Zeit selbst schauen müssen " wohin die Reise gehen soll", wenn es um guten Content geht, den es vor Missbrauch oder Weiterverwendung für gewerbliche Zwecke zu schützen gilt. Das Web Content Forum ist dennoch eine Option Vertreter aus Medien-Journalismus, Verlagswesen, Marketing, Werbung oder SEO kennen zu lernen und sich auszutauschen. Thematisch hatten sich netspirits mehr zu Google +1 erhofft. Dennoch netspirits sagt danke für die angeregten Diskussionen und Beiträge, Speis und Trank während der Veranstaltung sowie den Start-Ups, die sie in den Pausen fürs "networking, smile, hand-shake und business card" gewinnen konnten.
netspirits gratuliert den eco Content-Star Gewinnern 2011:

Kategorie:
Beste Content Plattform: Zeit-online
Bestes Content Format: Deutsche Welle
Innovativstes Start-Up: frents
Sonderpreis für "innovativstes Unternehmen NRWs": favsol
Tschüss... und bis zum nächsten Web Content Forum in Köln !!















